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NISTHABITAT - Das Drexeln

Kurz gesagt braucht man schon eine relativ große Drechselbank für das Drechseln von Nisthabitaten. Die auf dem Markt erhältlichen Mini- und Midi-Drechselbänke haben einerseits nicht die Möglichkeit genügend große Durchmesser zu bearbeiten und andererseits auch nicht genug Motorkraft, um vor allem die Stirnholzseiten ausdrehen, zu können. Je nach Habitatgröße und -form laufen diese sehr unruhig und man ist darauf angewiesen mit entsprechend hohem Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen zu arbeiten. (Meine Drechselbank wird demnächst noch mit Hilfe eines befreundeten Metall-Profis gepimpt - ich werde davon berichten.)

Zusätzlich zu der Möglichkeit die Drechselbank als Kopfdrehbank zu nutzen, braucht es noch ein massives Backenfutter mit großen Spannbacken, um ein sicheres Einspannen der Werkstücke und damit effektives Arbeiten zu ermöglichen. Die auftretenden Scherkräfte bei der Bearbeitung von Stirnholz sind größer als beim klassischen Querholzdrechseln. Sind die Deckel aus Querholz (siehe Nisthabitat 2) ist das ja nichts anderes als das klassische Schalendrehen. (Gibt's ganz viel von mir auf Youtube zu sehen.)

Für die Stirnholzseiten benutze ich meistens ein spezielles Werkzeug namens Munro-Tool, es gibt aber auch ähnliche von anderen Firmen. Diese arbeiten prinzipiell alle mit einem Tassenstahl mit Tiefen- oder Spanbegrenzer. Normale -qualitativ hochwertige- Schalenröhren gehen aber auch, allerdings ist man mit diesen nicht so schnell und man braucht wirklich viel Übung.

Als kleiner Tipp: Am Anfang und natürlich auch später, ist es einfacher mit Frischholz zu arbeiten. Dieses lässt sich sowohl im Querholz, als auch auf der Stirnholzseite wesentlich leichter bearbeiten. Wirklich wichtig ist es, stets mit scharfer Klinge zu arbeiten und lieber zu oft nachschärfen als zu wenig. Eine professionelle Schärfstation ist unabdingbar. Bei Harthölzern wie Eiche braucht's halt einfach seine Zeit, da der Spanabtrag im Vergleich zu weicheren Hölzern relativ gering ist.

Der Zeitbedarf für ein Habitat liegt bei ungefähr 6-12 Stunden inklusive der Anpassung der Metallkomponenten. Der Preis ergibt sich natürlich aus der jeweiligen Arbeitszeit in Kombination mit der entsprechenden Werkstattausrüstung, aber auch das benutzte Holz spielt eine Rolle; beispielsweise ist Walnuss rar gesät. Das Holz, welches ich benutze, bekomme ich von meinen Brennholzlieferanten. (Unser Häuschen wird mit Holz geheizt.) Es handelt sich somit um Bäume aus der Region. Das Wachs für die Stirnseiten ist ebenfalls ökologisch unbedenklich.


Bei den Videos ist nur das eigentlich drechseln zu sehen ... stetiges schärfen von Werkzeug, Einstellarbeiten und die Kaffeepausen hab' ich mal weggelassen.


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